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DIN VDE 0105 T100

Wiederholungsprüfung von
Schutzmaßnahmen ortsfester elektrischer Betriebsmittel

 

 Prüffristen:  ^ nach oben 

Nach BGV A3 §5 Absatz 1 sind Prüffristen so zu bemessen, dass Mängel mit denen gerechnet werden muss, rechtzeitig erkannt werden.

Richtwerte können aus der BGV A3 und der Betriebssicherheitsverordnung, §3 Gefährdungs­beurteilung entnommen werden.

BGV A3, Anhang 1, Tabelle 1A: Wiederholungsprüfungen ortsfester elektrischer Anlagen und Betriebsmittel

Anlage/Betriebsmittel Prüffrist Art der Prüfung Prüfer
Elektrische Anlagen und ortsfeste Betriebsmittel 4 Jahre auf
ordnungsgemäßen Zustand
Elektrofachkraft
Elektrische Anlagen und ortsfeste Betriebsmittel in "Betriebsstätten, Räumen und Anlagen besonderer Art
(DIN VDE 0100 Gruppe 700)
1 Jahr
Schutzmaßnahmen mit Fehler-Stromschutzeinrichtungen in nichtstationären Anlagen 1 Monat auf Wirksamkeit Elektrofachkraft oder auch elektrotechnisch unterwiesene Person bei Verwendung geeigneter Mess- und Prüfgeräte
Fehlerstrom-, Differenzstrom
und Fehlerspannungs-
Schutzschalter
- in stationären Anlagen

- in nichtstationären Anlagen



6 Monate

arbeitstäglich
auf einwandfreie Funktion durch Betätigen der Prüfeinrichtung Benutzer

 

 Allgemeine Anmerkungen:  ^ nach oben 
  • Die Prüfungen müssen durch Elektrofachkräfte durchgeführt werden, die über Erfahrungen beim Prüfen elektrischer Anlagen verfügen.
  • Mess- und Überwachungsgeräte müssen der Norm VDE 0413 entsprechen.
  • Jede Anlage muss geprüft werden, bevor sie vom Benutzer in Betrieb genommen wird.
  • Über die Prüfung muss ein Prüfprotokoll erstellt werden.
  • Nach jeder wiederkehrenden Prüfung ist ein Prüfprotokoll zu erstellen, dass die Ergebnisse des Besichtigens und der durchgeführten Messungen sowie Informationen über alle Änderungen und Erweiterungen und alle Abweichungen von den Bestimmungen unter Angabe der entsprechenden Teile der Anlage enthalten soll.
  • Nach der Erstprüfung sind elektrische Anlagen wiederkehrend zu prüfen.

 

 Unterschiede zur DIN VDE 0100 T600  ^ nach oben 

In der DIN VDE 0105 T100 Absatz 5.3.101.3 wird zu dem Thema "Wiederkehrende Prüfung durch Messen" folgendes ausgeführt:

"In Anlagen sind die Werte zu ermitteln, die einen Beurteilung der Schutzmaßnahmen bei indirektem Berühren ermöglichen. Dazu gehören zum Beispiel Schleifenwiderstand, Schutzleiter­widerstand, Auslöse-Fehlerstrom, Ansprechwert von Isolations-Überwachungs­einrichtungen."

Das bedeutet mit anderen Worten, dass bei wiederkehrenden Prüfungen durch Messen festgestellt werden muss, ob die DIN VDE 0100 Teil 600 enthaltenen Grenzwerte eigehalten werden.

Das bedeutet konkret, dass auch bei Wiederholungsprüfungen all jene Messungen vorkommen können, die auch vor der ersten Inbetriebnahme einer Starkstromanlage mit einer Nennspannung bis 1000V vorgeschrieben sind. Lediglich bei der Messung des Isolationswiderstandes gelten bei Wiederholungsprüfungen andere Grenzwerte.

Die DIN VDE 0105 Teil 100 macht dazu folgende angaben (Absatz 5.3.101.3.2):

  1. Bei Messungen von Isolationswiderständen genügt im Allgemeinen die Feststellung des Isolationswiderstandes zwischen Außenleiter und PEN-Leiter oder zwischen Außleiter und Neutral­leiter, sowie zwischen dem zum Zweck des Messung abgetrennten Neutralleiter und Erde.

    Die Außleiter dürfen während der Messung miteinander verbunden sein. In feuergefähr­deten Betriebsstätten oder wenn in der zu prüfenden Leitung kein geerdeter Leiter und kein geerdeter Mantel mitgeführt wird, ist zusätzlich der Isolationswider­stand der Außleiter gegeneinander zu messen.

  2. Bei Messungen mit angeschlossenen und eingeschalteten Verbrauchsmitteln muss der Isolationswiderstand der angeschlossenen Strombahn hinter der Überstrom­schutz­einrichtung einschließlich dem oder der Verbrauchsmittel mindestens 300Ω je Volt Nennspannung betragen (! d)

    Wird bei dieser Messung der vorgeschrieben Wert unterschritten, so ist die Messung bei abgeklemmten Verbrauchsmitteln zu wiederholen (! c)

  3. Bei Messungen ohne angeschlossene oder eingeschaltete Verbrauchsmittel muss der Isolationswiderstand zwischen Überstromschutzeinrichtung, zwischen Schaltern und hinter der letzten Überstromschutzeinrichtung mindestens 1000Ω je Volt Nennspannung betragen (! d)

  4. Bei Anlagen im Freien sowie in Räumen oder Bereichen, deren Fussböden, Wände und Einrichtungen zu Reinigungszwecken abgespritzt werden, muss der Isolationswider­stand bei angeschlossenen und eingeschalteten Verbrauchsmitteln mindestens 150Ω je Volt Nennspannung betragen und ohne angeschlossenen oder eingeschaltete Verbrauchs­mittel mindestens 500Ω je Volt Nennspannung

  5. Abweichend von (b) muss im IT-System der Isolationswiderstand mindestens 50Ω je Volt Nennspannung betragen.

  6. Bei Schutzkleinspannung (SELV) und Funktionskleinspannung mit sicherer Trennung (PELV) ist der Isolationswiderstand der Leiter gegen Erde zu messen. Messgleichspannung 250V, Mindest-Isolationswiderstand 0,25MΩ

 

 Die Messung umfasst:  ^ nach oben 
  • die Durchgängigkeit der Schutzleiter, der Verbindungen des Hauptpotential­ausgleiches / zus. Potentialausgleiches
  • den Nachweis des Isolationswiderstandes der elektrischen Anlage incl. des Schutzes durch sichere Trennung bei SELV, PELV und Schutztrennung
  • die Messung der Widerstände von isolierenden Fußböden und isolierenden Wänden
  • die Prüfung von Fehlerstromschutzeinrichtungen
  • die Ermittlung der Schleifenimpedanz
  • die Ermittlung der Netzimpedanz
  • die Spannungsmessung
  • die Bestimmung der Drehfeldrichtung
  • die Messung des Erdungswiderstandes/Erdübergangswiderstandes

 

 Messbeispiele:  ^ nach oben 
  • Schutzleiter
  • Isolationswiderstand
  • Messung Widerstände
  • Fehlerstromschutzeinrichtung (-> Beispiel)
  • Schleifenimpedanz (-> Beispiel)
  • Netzimpedanz (-> Beispiel)
  • Spannungsmessung
  • Drehfeldrichtung
  • Erdungswiderstand / Erdübergangswiderstand